Brücken bauen ohne Worte: Tasten in der Unterstützten Kommunikation mit Eska
Blogbeitrag Tina Walter-Stetefeld (HUNDGESTÜTZT Teilnehmerin, Logopädin und Inhaberin einer Praxis für Logopädie & Ergotherapie) mit den Huskydamen Eska & Aura
Unterstützte Kommunikation (UK) ist weit mehr als nur ein therapeutischer Begriff. Sie umfasst alle Maßnahmen, die Menschen ohne oder mit stark eingeschränkter Lautsprache eine Stimme geben – für mehr Verständigung, echte Mitbestimmung und ein großes Stück Lebensqualität. Dabei geht es nicht darum, das Sprechen zu ersetzen, sondern es durch alternative Methoden zu ergänzen. Das Spektrum ist riesig und reicht von einem tiefen Blickkontakt, über Gebärden und Bildkarten bis hin zu hochtechnologischen Talkern, die per Augensteuerung bedient werden. Das Ziel ist immer dasselbe: Barrieren einreißen, Frustration in Verstehen verwandeln und Selbstbestimmung ermöglichen.
In der Praxis suchen wir ständig nach Wegen, diese Theorie lebendig und vor allem fühlbar werden zu lassen. Ein Ansatz, der mir dabei immer wieder Gänsehautmomente beschert, ist der Einsatz von Tasten im Rahmen der hundegestützten Intervention. Hier schlagen wir eine faszinierende, zutiefst emotionale Brücke zwischen Mensch und Tier.
Und genau hier kommt meine Hündin Eska ins Spiel. Sie wird zum Medium für eine barrierefreie Interaktion, die oft wortlos beginnt und durch Technik eine Stimme bekommt.
Eska und Aura als aktive Kommunikationspartnerin – Wenn der Hund „spricht“
Dabei geht es uns in der UK weniger darum, dass die Hunde im menschlichen Sinne „sprechen“. Vielmehr erhalten sie durch die Tasten eine klare Stimme, um ihre eigenen Bedürfnisse auszudrücken. Wenn Eskas Pfote zielsicher auf den Button für „Leckerli“ drückt und sie den Patienten erwartungsvoll und schwanzwedelnd ansieht, entsteht ein magischer Moment. Und der Hund zeigt auch, dass Kommunikation keine Einbahnstraße ist.
Für unsere Patienten ist es ein tiefgreifendes Erlebnis, zu sehen, dass ein Tier Tasten nutzt. Eska wird so zum Vorbild: Sie demonstriert spielerisch, dass ein gezielter Impuls eine Wirkung in der Umwelt erzielt. Dieses Verständnis für das Konzept der Symbolverwendung ist oft der erste entscheidende Schritt in der UK – und meine Hunde vermitteln ihnen mit unvoreingenommener Freude.
Pure Freude und Selbstwirksamkeit: Eska im therapeutischen Setting
Im klassischen UK-Setting dient die Taste zudem als entscheidendes Interaktionsmedium. Eska übernimmt dabei die Rolle des hochmotivierenden, vierbeinigen Verstärkers. Für Menschen mit schweren motorischen oder sprachlichen Einschränkungen bieten Taster eine niederschwellige Möglichkeit, Kontrolle zu erleben, die im Alltag oft fehlt.
Ein einfacher Druck auf die Taste löst ein Signal aus, auf das Eska unmittelbar reagiert. Wenn die Taste „Sitz“ sagt und Eska dieses Signal ausübt, strahlen die Augen der Patienten. Diese direkte, ehrliche Rückmeldung des Tieres ist ein kraftvolles Erlebnis von Selbstwirksamkeit, das oft mehr bewirkt als tausend Worte.
In der unterstützten Kommunikation nutze ich diesen „Eska-Effekt“ gezielt, um die Anbahnung von Kommunikation spielerisch und angstfrei zu gestalten. Die Tasten nehmen dem Patienten dabei die Barriere der Lautsprache ab und ermöglichen eine Teilhabe auf Augenhöhe. So wird die Arbeit mit Eska zu einem lebendigen Übungsfeld, in dem soziale Interaktion, tiefe Emotionen und technische Hilfsmittel harmonisch ineinander greifen.






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Blogbeitrag von Diana Mehnert (HUNDGESTÜTZT Absolventin, Logopädin, ShiatsuPraktikerin) & Pudel Bommel
Ich arbeite in meiner logopädischen Praxis mit einem Kind, welches stark traumatisiert ist.
Der Junge (ich nenne ihn hier Tim ) sprach eine Weile gar nicht mehr, dann nur flüsternd mit seinen Eltern und mir.
Abgelöst wurde das Flüstern durch eine teilweise dramatische Stottersymptomatik, die in Situationen auftritt, die ihn emotional überfordern, sei es positiv oder negativ.
Diese äußert sich sowohl sprachlich als auch körperlich.
Im Extremfall kann er fast eine Minute kein Wort formulieren, steckt fest, beginnt zu grimassieren und sein Körper krümmt sich und er verharrt in weit nach vorne gebeugter Position, manchmal bricht er Sprechversuche ab.
Bommel ist ihm in solchen Situationen ein guter und verlässlicher Partner geworden.
Tim mag Bommel sehr, möchte ihn aber nicht berühren und so ist Bommels Fressspielzeug eine gute Brücke geworden.
Er kann mit Bommel ohne Berührung agieren, spielen, Spaß haben.
Ich stelle ihm dann Bommels Fressspielzeug hin und Tim darf es befüllen, während Bommel dabei zusieht.
Während des Befüllens zählt der Junge die Leckerlies, beschreibt die Form ,je nachdem ob es ihm sprecherisch möglich ist, und Bommel hört zu und wartet geduldig und wertfrei.
Wenn das Sprechen nicht klappt, ist es für Bommel auch ok und die beiden schweigen miteinander, für Bommel ist ja die Tätigkeit wichtig und nicht die sprachliche Begleitung.
Er rutscht meist fast unmerklich immer näher an das Spielzeug heran und schaut aufmerksam zu Tim, um das Signal für „Guten Appetit“ nicht zu verpassen.
Tim lässt sich von Bommel auch die ganze Zeit angucken und beobachten, das amüsiert ihn sogar und die Anspannung kann sich lösen.
Oft gelingt das „Guten Appetit“ für Bommel dann schon stotterfrei, manchmal kann er Bommel nur das Handzeichen geben, ich gebe eventuell das Handzeichen für „Guten Appetit“, ohne dass der Junge es bemerkt und Bommel darf die Suche starten.
Über diese Beschäftigung kommen wir ins Gespräch, Tim vermeidet gerne Sprechsituationen und antwortet meist mit „Hab ich vergessen.“, um nicht sprechen zu müssen.
Über das aussuchen, anfassen und fühlen der Leckerlie besprechen wir dann z.B. wie denn sein Mittagessen aussah – Farben, Konsistenzen, mit welchem Besteckteil hat er gegessen… und Bommel rumort währenddessen am Fressspielzeug rum und möchte dann natürlich Nachschlag und setzt sich erwartungsvoll hin und schaut Tim und mich an und Tim sagt dann mit Handzeichen „alles alle“ oder fragt mich ob Bommel nochmal ran darf.
Das sind sehr entspannte und lustige Situationen und der Junge kann seine Anspannung nach und nach lösen.
Dabei macht er noch die wichtige Erfahrung, das sein sprechen etwas bewirkt / auslöst und das Sprechsituationen Spaß machen können
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Weitere InformationenYlva – Meine Hündin, meine Partnerin, mein Herz auf vier Pfoten
Blogbeitrag von Nathalie Kommoß (HUNDGESTÜTZT Absolventin, Integrationserzieherin) & Ylva, Labbi Boxermix
Manchmal sind es keine großen Konzepte oder durchdachten Förderpläne, die den Kinderladenalltag besonders machen.
Manchmal ist es einfach nur Ylva.
Mit wachem Blick, sanfter Präsenz und diesem ruhigen Selbstverständnis, mit dem sie den Raum betritt, verändert sie die Atmosphäre – ganz ohne Worte.
Mit ihren fast neun Jahren bringt sie Erfahrung, Geduld und eine innere Ruhe mit, die unsere Arbeit trägt.
Als Labbimix bringt sie die typische Offenheit gegenüber Menschen mit. Sie genießt die Nähe, liebt Streicheleinheiten und scheint genau zu spüren, wann sie gebraucht wird. Und trotzdem kennt sie ihre Grenzen. Wenn sie eine Pause braucht, zieht sie sich zurück – und auch das ist für die Kinder ( und KollegInnen 😉 ) ein wertvoller Lernmoment.
Wie alles begann
Ylva kam nicht “für die Arbeit”. Sie kam in mein Leben.
Und doch war irgendwie spürbar, dass sie etwas Besonderes mitbringt: diese Mischung aus Sensibilität und Klarheit. Sie spürt Stimmungen, noch bevor sie ausgesprochen werden. Sie hält Abstand, wenn Kinder unsicher sind. Und sie kommt näher, wenn jemand Trost braucht.
Es war kein spontaner Entschluss, sie mit in den Kinderladen zu nehmen. Es war ein Weg. Mit Ausbildung, Vorbereitung, vielen Gesprächen und klaren Strukturen. Denn hundgestützte Arbeit bedeutet Verantwortung – für die Kinder und für den Hund.
Aber vor allem bedeutet sie Beziehung.
Ein Morgen mit Ylva
Wenn wir den Kinderladen betreten, merkt man sofort: Ylva ist angekommen. Nicht nur räumlich, sondern emotional. Sie liebt es, dabei zu sein.
Sie liebt es, mittendrin zu liegen.
Sie liebt die leisen Gespräche, die kleinen Hände, die lieben Berührungen.
Es ist berührend zu sehen, wie selbstverständlich sie Teil der Gruppe geworden ist. Für die Kinder ist sie einfach Ylva.
Und Ylva?
Sie legt sich mitten in den Raum. Beobachtet. Atmet. Ist einfach da.
Ein Kind, das sonst schwer zur Ruhe kommt, sitzt plötzlich neben ihr und streicht über ihr Fell. Ein Mädchen das gerade nicht so richtig weiss wohin mit sich liest Ylva ein Buch vor. Ein Junge, der sich oft nicht zügeln kann, übernimmt stolz die Aufgabe, ihren Wassernapf zu füllen.
Ylva bewertet nicht.
Ylva vergleicht nicht.
Sie fordert nicht.
Was Ylva den Kindern schenkt
Emphatie – weil sie auf ihre Bedürfnisse achten.
Verantwortung – weil ein Hund Fürsorge braucht.
Achtsamkeit – weil Ruhe und Respekt wichtig sind.
Selbstvertrauen – weil sie sich angenommen fühlen, genauso wie sie sind.
Die Kinder erleben, dass Vertrauen wachsen darf. Das Nähe freiwillig ist. Das Grenzen wichtig sind – auch die eines Hundes.
Verantwortung – immer an erster Stelle
So emotional unsere Arbeit auch ist, sie basiert auf klarer Struktur.
Ylva hat feste Ruhezeiten und Rückzugsorte.
Es gibt verbindliche Regeln. Hygienemassnahmen sind selbstverständlich.
Kein Kind wird zum Kontakt gedrängt. Und ich beobachte jede Situation aufmerksam.
Denn Ylva, auch wenn sie oft so genannt wird, ist nicht ,,der Kindergartenhund”. Sie ist meine Hündin.
Und ihr Wohl steht für mich an erster Stelle.
Durch Ylva habe auch ich gelernt, noch genauer hinzusehen. Stimmungen wahrzunehmen. Geduldig zu sein. Mehr im Moment zu bleiben.
Sie erinnert mich täglich daran, dass Entwicklung nicht unter Druck entsteht – sondern in Beziehung.
Kleine Pfoten, große Spuren
Wenn ich sehe, wie selbstverständlich die Kinder inzwischen auf Ylva achten, wie achtsam sie geworden sind, wie stolz sie Verantwortung übernehmen, dann weiß ich: Dieser Weg ist richtig.
Ylva hinterlässt Spuren.
Nicht nur kleine Abdrücke auf dem Boden.
Sondern Spuren in den Kinderherzen.
Und vielleicht ist genau das das größte Geschenk hundgestützter Arbeit:
Dass ein Hund uns daran erinnert, wie einfach Nähe, Vertrauen und echtes Miteinander sein können.
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Weitere Informationen„Was macht denn der Hund hier?“
Blogbeitrag von Katharina Grubert (HUNDGESTÜTZT Absolventin, Pflegepädagogin) und Retromops Yoda
„Was macht denn der Hund hier?“ – Diese Frage höre ich immer wieder, wenn Yoda und ich eine Demenz-Wohngemeinschaft betreten. Und jedes Mal lächle ich, denn die Antwort zeigt sich meist schneller, als man denkt.
Einmal in der Woche besuchen Yoda und ich Menschen mit Demenz. Schon am Tag vorher kündige ich uns telefonisch an. Wir kommen um 10:00 Uhr – eine Zeit, in der die meisten Bewohner wach sind und offen für Begegnung. Wenn wir die Wohnküche betreten, kehrt oft schon mit Yodas ersten Schritt eine kleine Veränderung ein: Blicke heben sich, Gesichter werden weicher, manchmal huscht ein erstes Lächeln über ein Gesicht.
Bevor wir beginnen, nehmen wir uns Zeit zum Ankommen. Ich lege Yoda bei Bedarf sein Tellington-Körperband und die Hausleine an, stelle ihm Wasser bereit und bereite unsere kleine Tasche mit Spielzeug und Leckerlis vor. Mit ein paar sanften T-Touches helfe ich ihm, sich zu sammeln. Auch für mich ist dieser Moment wichtig – ein bewusstes Innehalten, bevor wir in die Begegnungen gehen.
Dann frage ich die Pflegekräfte, ob es Besonderheiten gibt, und schaue mich in der Runde um. Wer ist da? Wer wirkt offen? Wer braucht vielleicht gerade Nähe?
Heute lasse ich Yoda entscheiden. Er spürt oft schneller als ich, wo er gebraucht wird. Geduldig beobachtet er, nimmt Blickkontakt auf, tritt näher. Manchmal legt er einfach nur seinen Kopf an ein Knie. Und plötzlich entsteht etwas – ein Moment von Verbindung.
Ich begleite diese Begegnungen achtsam. Ich bin Yodas Schutzraum, seine Übersetzerin, seine Begleiterin. Gleichzeitig öffnet er Türen, die mir allein verschlossen blieben. Seine klare Körpersprache zeigt mir, was möglich ist. Er signalisiert, wenn Berührung willkommen ist – oder wenn heute Abstand besser ist.
Mit manchen Bewohnern entsteht ein Gespräch über frühere Hunde, über Spaziergänge, über ein Leben, das plötzlich wieder greifbar wird. Andere genießen einfach das Streicheln, das rhythmische Atmen, die Wärme. Bei kognitiv weniger eingeschränkten Bewohnern integrieren wir kleine Spiele – Leckerlis im Ball verstecken oder mit dem Futterbeutel arbeiten. Fünf Minuten können dabei unglaublich intensiv sein.
Manche Begegnungen finden im Zimmer statt. Dort wird es oft ganz still. Yoda legt sich ans Bett, lässt sich berühren oder schaut einfach nur mit seinen großen Augen. Manchmal holen Fotos alte Erinnerungen zurück – dann ist Yoda der stille Brückenbauer zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Yoda bestimmt dabei wesentlich das Tempo. Wenn er zur Tür geht, weiß ich: Jetzt ist es genug. Vielleicht braucht er eine Pause, vielleicht ist es Zeit für den nächsten Menschen. Ich achte sehr darauf, dass weder er noch der Bewohner überfordert werden. Unsere Interventionen dauern bewusst nur fünf bis zehn Minuten – kurze, aber echte Begegnungen.
Und am Ende eines Besuches – der je nach Größe der Wohngemeinschaft zwischen 30 und 90 Minuten dauert – bleibt oft etwas im Raum zurück: mehr Ruhe, mehr Lächeln, manchmal sogar ein wenig Leichtigkeit.
Was macht also der Hund hier?
Er schafft Nähe, wo Worte fehlen.
Er schenkt Struktur im Moment der Verunsicherung.
Er erinnert an früher – und bringt Leben ins Jetzt.
Und manchmal reicht schon ein einziger Blick von Yoda, um einen Menschen für einen Augenblick wieder ganz bei sich sein zu lassen.Freude und fühlen sich wohl.
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Weitere InformationenClickerspiel bringt Selbstwirksamkeit, Konzentrationsfähigkeit und steigert das Selbstbewusstsein
Blogbeitrag von Katja Krauß (HUNDGESTÜTZT Dozentin, Tellington TTouch Instruktorin, Tiertrainerin, Buchautorin)
Als Lina und ich HUNDGESTÜTZT gegründet haben, war es uns unter anderem wichtig, dass der Mensch und sein Hund zu einem Team werden.
Außerdem sollten beide auch einzeln, also Hund und Mensch, durch unsere Ausbildung wachsen können.
Das ist einer der Gründe, warum uns die Vertrautheit mit der Methode des positiven Bestärkens so wichtig ist.
Man nennt sie oft Clickertraining. Dabei geht es aber nicht um die Verwendung eines bestimmten Geräts. Es ist egal, auf welche Weise ich das gewünschte Verhalten markere, um danach die Belohnung zu geben. Ich kann dazu ein Handzeichen, ein Wort, einen Clicker oder auch eine Pfeife verwenden.
Wichtig ist, das Prinzip verstanden zu haben; denn wenn das Prinzip sitzt, konzentriert sich die Person auf das gewünschte Verhalten, wodurch der Hund leichter lernt.
Ein ganz einfaches Clickerspiel, das ich an jedem Ort mit jedem meiner Tiere machen kann, ist folgendes:
Das Tier erhält einen Marker, wenn es mich ansieht, und danach ein Leckerli. Dieses Ansehen kann ich so weit formen, dass das Tier mir gerne in die Augen schaut – womit manche Tiere am Anfang Schwierigkeiten haben.
Ich beginne, indem ich mich irgendwo bequem hinsetze, vielleicht sogar auf den Boden. In Reichweite stelle ich eine Schüssel mit 20 verschiedenen, sehr leckeren Belohnungen.
Die Schüssel bleibt in Reichweite des Tieres, aber so, dass ich sie locker mit der Hand abdecken könnte, falls nötig. Dann atme ich ruhig und warte ab.
Schaut das Tier zu meinem Körper, markere ich es mit „Yes“ und greife danach in die Schüssel, um dem Tier ein Leckerli zu geben. Danach gehe ich wieder in meine Ausgangsposition und warte erneut ab.
Wenn das Tier zunächst gar nicht darauf kommt, nach mir zu schauen, versuche ich es mit einem kurzen Geräusch, das Aufmerksamkeit erzeugt – zum Beispiel ein fiepen oder ein sanftes Küsschen-Geräusch. Schaut es nach mir, genügt es anfangs oft, wenn es nur auf meine Hand oder meinen Fuß schaut; dann markere ich erneut mit „Yes“ und gebe ein Leckerli. Das wiederhole ich so oft, bis das Tier leicht meinen Körper wahrnimmt.
Jetzt möchte ich, dass das Tier mir ins Gesicht schaut. Falls es nicht von selbst darauf kommt, mache ich wieder ein kurzes, interessantes Geräusch und markere, sobald es mir ins Gesicht schaut.
Wenn das klappt, bitte ich es mir in die Augen zu schauen. Ein Lächeln hilft dabei zusätzlich.
Wenn ich dieses Spiel täglich übe, stärkt es die Selbstwirksamkeit des Tieres und fördert sein Selbstbewusstsein. Da viele Verhaltensauffälligkeiten aus Angst entstehen, kann dieses einfache Spiel auch solche Muster positiv beeinflussen. Wenn ich das Spiel so erweitere, dass das Tier erst sein Leckerli erhält, wenn es mir eine halbe Minute lang in die Augen schaut, verbessert sich außerdem die Konzentrationsfähigkeit, was viele weitere Situationen erleichtert.
Ich liebe es zu beobachten, wie sehr Tiere bei diesem einfachen Spiel, das vielleicht nur fünf Minuten am Tag dauert, über sich hinauswachsen.
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Weitere InformationenWer hat denn den Keks geklaut?
Blogbeitrag von Nathalie Kommoß (HUNDGESTÜTZT Absolventin, Inklusionserzieherin) & Ylva, Labbi Boxermix
Heute stelle ich euch ein Spiel vor, das jeder kennt – aber einmal auf eine andere Art.
Da ich Ylva gerne in unsere Spiele einbinde, dachte ich mir, das wäre eine schöne Idee. Sie liebt es einfach, integriert zu werden, mit uns im Kreis zu sitzen und aktiv mitzumachen 🙂
Die Kinder bekommen verdeckt Karten mit Symbolen: einen Keks 🍪, einmal Ylva 🐕🦺 sowie Karten, die „bezeugen“, den Keks nicht aus der Dose genommen zu haben.
Die Kinder lieben dieses Spiel und der tolle Nebeneffekt: Es leistet einen wertvollen Beitrag zur Förderung sprachlicher Kompetenzen. Durch seinen spielerischen Charakter motiviert es zur aktiven Teilnahme und unterstützt verschiedene Bereiche der Sprachentwicklung auf ganzheitliche Weise. Darüber hinaus stärkt das Spiel die Artikulation und Aussprache durch das wiederholte Mitsprechen.
Ylva ist in diesem Spiel – anders als in vielen anderen – nicht der Motivator (das ist eindeutig der Keks 😉), aber sie wird als vollständiges Mitglied der Gruppe erlebt. Still, präsent und verbindend.
Des Weiteren kam, in diesem Video nicht sichtbar, das Thema Ernährung von Hunden auf: warum Ylva keinen Keks bekommen darf (kein Zucker und schon gar keine Schokolade für sie bzw. für Hunde im Allgemeinen) – ein wichtiger Lerneffekt für die Kinder.
So wird aus einem Spiel ein Moment des Lernens, des Verstehens und des Miteinanders.
– aktives Sprechen
– genaues Zuhören
– Artikulation & Aussprache
– soziale Interaktion
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Weitere InformationenMarvin liest mit Mokka
Blogbeitrag Simone Lenzen (HUNDGESTÜTZT Absolventin, Fachtherapeutin für kognitives Training nach Stengel und Heilpraktikerin für Psychotherapie) und Mischlingshündin Mokka
Einmal pro Woche fahre ich in meiner Mittagspause zur nächstgelegenen Grundschule, um als Mentorin bei Mentor e.V. mit einem Kind eine Unterrichtsstunde lang zu lesen.
Marvin heißt mein aktueller Schüler, er geht in die zweite Klasse und würde statt zu lesen lieber mit Papa im Traktor übers Feld fahren oder mit seinem Hund spielen. Seit ein paar Wochen weiß er, dass Mokka demnächst mitkommen wird.
Mit meinem Zertifikat und Postern zum Umgang mit Mokka für jede Klasse konnte ich die Schulleitung und die Lehrerkonferenz überzeugen, zum ersten Mal einen Hund auf das Schulgelände zu lassen. Es gibt einen Hygieneplan, so wie wir es in der Ausbildung gelernt haben und an „unserem Leseraum“ hängt ein Schildchen „Achtung Lesestunde mit Mokka“ mit einem schönen Foto von ihr.
Heute war es soweit. Ehrlicherweise war ich auch etwas aufgeregt und hätte mir am liebsten selbst ein Tellington-Körperband angelegt so wie Mokka ihres trug. Mokka ganz in Magenta (Fuchsia) mit Körper- und Stirnband inspizierte neugierig das neue Gelände, soweit die Leine es zuließ. In der Schule wechselten wir dann zur Harmonieleine, weil ich mich damit sicherer fühlte. Die Kinder, denen wir unterwegs begegneten, hielten tatsächlich Abstand und waren wahrnehmbar weniger wild in ihren Bewegungen als ich sie sonst erlebte. Das hat mich besonders gefreut, weil damit für mich erkennbar war, dass in den Klassen über das Thema „Ein Hund kommt in die Schule“ wirklich gesprochen worden war.
Marvin strahlte als er Mokka sah. Mokka nimmt Stimmungen immer sehr schnell auf und stand mit freudiger Miene schwanzwedelnd vor ihm. Im Leseraum (wir sitzen im Büro einer Lehrkraft, damit Klassen- und Gemeinschaftsräume möglichst frei von Hundehaaren bleiben) breitete ich Mokkas Decke und ein paar Kissen aus und die beiden ließen sich darauf nieder. Anfangs war Mokka noch etwas unruhig. Ich zeigte Marvin, wie er bei ihr sanft einen Muschel-TTouch an der Schulter machen konnte. Schon nach kurzer Zeit entspannte sie sich mit einem langen Ausatmen. Ich konnte sehen, wie stolz Marvin war und wie glücklich.
Marvin hatte sich schon überlegt, dass er Mokka etwas über Traktoren vorlesen wollte. Das Buch aus der Lesemaus-Serie hielt ein paar schwierige Worte für ihn bereit, aber anders als sonst wurde er nicht mutlos, sondern erklärte Mokka, dass schwierige Worte eben etwas mehr Zeit brauchten. Die Stunde war im Nu um und er war richtig traurig darüber, während er sonst immer schnell verschwindet. Nach den Ferien machen wir weiter.
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Wir alle kennen den Klassiker aus unserer Kindheit: „Ich packe meinen Koffer und nehme mit…“. Ein Spiel, das nicht nur Spaß macht, sondern ganz nebenbei die Konzentration und das Gedächtnis trainiert. Für meine Arbeit im therapeutischen und hundgestützten Einsatz habe ich dieses Spiel „personalisiert“ und passgenau auf meine vier Pfoten abgestimmt.
Damit die echten Hunde entspannt zuschauen können, habe ich zwei Kuscheltiere, die genau wie Eska und Aura aussehen. So wird aus der bloßen Aufzählung von Gegenständen ein haptisches und emotionales Erlebnis für die Kinder.
Der „Hundekoffer“: Was muss alles mit?
Statt Zahnbürste und Sonnencreme packen wir Dinge ein, die für das Leben mit einem Hund essentiell sind. Das macht das Spiel greifbarer und fördert gleichzeitig das Verständnis für die Bedürfnisse unserer tierischen Begleiter. In unserem kleinen Therapiekoffer befinden sich:
- Sicherheit, Balance & Führung: Halsband, Hundegeschirr, Leine und ein Tellington TTouch® Körperband
- Training: Hundepfeife und Klicker
- Verpflegung: Futternapf, Trinknapf, Hundefutter und natürlich Leckerlis.
- Gemütlichkeit: eine kuschelige Hundedecke
- Spaß: ein Spielzeug und ein Ball
- Hygiene: eine Bürste und ganz wichtig – die Kackebeutel!
So wird gespielt
Bevor es losgeht, schauen wir uns alle Materialien gemeinsam an. Die Gegenstände liegen auf dem Tisch, werden benannt und befühlt. So stellen wir sicher, dass das Kind eine Verknüpfung zwischen dem Wort, der Funktion und dem Objekt herstellt.
Dann geht es ans Packen: Abwechselnd benennen wir einen Gegenstand und legen ihn in den Koffer. Die Herausforderung dabei: Wer an der Reihe ist, muss alle Teile, die sich bereits im Koffer befinden, in der richtigen Reihenfolge aufzählen, bevor das neue Teil hinzugefügt wird.
Individuelle Förderung im Fokus
Das Schöne an dieser Methode ist die Flexibilität. Je nach Alter, Konzentrationsfähigkeit oder Entwicklungsstand des Kindes variieren wir die Anzahl der Gegenstände.
Während für jüngere Kinder oft drei oder vier vertraute Objekte reichen, sind ältere Kinder sichtlich stolz, wenn sie die gesamte Liste inklusive der „schwierigen“ Begriffe wie „Hundegeschirr“ fehlerfrei meistern.
Von der Konzentration ins freie Spiel
Durch den Bezug zu Eska und Aura sind die Kinder mit viel mehr Eifer dabei. Doch das Highlight wartet am Ende der Einheit: Wenn der Koffer fertig gepackt ist, dürfen die Kinder die „Kuschel-Zwillinge“ anziehen und für die Reise bereitmachen.
Ganz nebenbei werden hier Feinmotorik und Geschicklichkeit gefordert. Die Verschlüsse am Halsband, am Geschirr und der Karabiner an der Leine sind manchmal ganz schön kniffelig und verlangen eine ruhige Hand und Konzentration.
Und oft entstehen wunderbare Rollenspiele. Die Kinder beginnen zu erzählen, wohin die Reise geht, was die Hunde dort erleben oder wie sie sich fühlen. Das regt nicht nur die Fantasie an, sondern fördert auch die Kommunikation und die sozial-emotionale Ebene auf ganz spielerische Weise.
Mehr als nur ein Spiel
„Ich packe meinen Koffer” in der Hunde-Edition ist weit mehr als eine reine Gedächtnisübung. Es ist eine Brücke, die kognitive Herausforderungen mit praktischem Handeln und emotionaler Nähe verbindet.



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